UHC Alligator Malans

Schwächephase kostet Malans den Titel

Alligator Malans hat im Final des Supercups gegen Köniz neun schwache Minuten eingezogen und mit 5:7 verloren. Damit schenken sie den fast sicher geglaubten Titel her. Trotzdem bleibt das Wochenende in guter Erinnerung – auch weil junge Spieler Eindrückliches zeigten.

von Stefan Salzmann, Sportredaktor «Südostschweiz»

In der vergangenen Saison verblüffte Alligator Malans die Konkurrenz, die Medien und wohl teilweise auch die Zuschauer. Nicht unbedingt mit den Leistungen des Teams über die ganze Spielzeit, sondern mit Joshua Schnell – einem Spieler aus der eigenen Nachwuchsabteilung. 23 Punkte sammelte der 20-Jährige in 24 Spielen. Fast ein Punkt pro Spiel schraubte er somit auf sein Konto. Für seine ersten Auftritte in der höchsten Schweizer Liga ein mehr als ordentlicher Wert. Nicht nur wegen seiner Skorerqualitäten titelte diese Zeitung mal: «Der mit dem Ball tanzt.»

Am Supercup in Zürich war Ausnahmetalent Schnell am Wochenende nicht mit dabei. Nicht nur er, sondern auch die ausländischen Leistungsträger Lukas Veltsmid und Jarkko Nurmela fielen verletzungsbedingt aus. Und als der neu verpflichtete Anton Vestlund nach einem Drittel im Halbfinalspiel wegen einer Verletzung auf der Bank bleiben musste, spielte Malans ohne Ausländer.

Doch die Alligatoren scheinen auch ein Jahr danach Spieler des Kalibers Schnell zu produzieren. Zwar gilt es zuerst die Entwicklung während mindestens einer ganzen Saison abzuwarten, aber was neben Gian-Marco Capatt und Valentin Schubiger beispielsweise der 18-jährige Damian Rohner am Wochenende bot, machte Eindruck. Nicht nur wegen seiner vier Tore gegen Zug und Köniz im Halbfinal und im Final.

Wie geschaffen fürs Pressing
So stark auf dem Spielfeld, so schüchtern und bescheiden im Interview. Der 18-jährige Rohner sprach von «Glück» und dass er dreimal am richtigen Ort gestanden sei. «Interviews muss er noch lernen», sagte Pius Caluori mit einem Augenzwinkern. Viel mehr freute den neuen Trainer jedoch die Entwicklung Rohners, der schon in der vergangenen Saison viel mit der Mannschaft trainiert hatte. «Er ist für sein Alter physisch schon extrem weit.» Diese körperliche Stärke passt zu Malans, welches mit seinem hohen Pressing wie gemacht scheint für den jungen Mann mit der Nummer 34. Und auch die Entwicklung der weiteren Nachwuchskräfte freute den Chef an der Bande: «Es ist schön, wenn wir Leistungsträger durch junge Spieler so gut ersetzen können.»

Im gestrigen Finalspiel gegen Köniz, das sich am Samstag nach Penaltyschiessen gegen Wiler-Ersigen durchgesetzt hatte, gehörte die Hauptrolle dann aber arrivierten Kräften. Beispielsweise Rückkehrer Tim Braillard. Oder auch Remo Buchli, der die junge Sturmlinie um Schubiger und Rohner als Aggressivleader anführte und bei jeder sich bietenden Gelegenheit zum hohen Pressing ansetzte.

Der Bruch im Spiel der Alligatoren
Über weite Strecken lief es im Final wie gewünscht für die Alligatoren. Den Schlussabschnitt gegen Köniz konnte Malans auch dank zweier Tore von Braillard mit einer komfortablen 5:2-Führung in Angriff nehmen. «Lange hat in dieser Partie alles gepasst», sagte Malans-Bestplayer Braillard nach dem Spiel. Das Pressing funktionierte wie gewünscht und die Defensive stand trotz Torhüterwechsel von Jonas Wittwer zu Sandro Breu wie am Vortag sicher. Ehe ab der 44. bis zur 52. Minute ein Bruch im Spiel der Alligatoren eintrat, in dem die Bündner das Spiel herschenkten. Ein schneller Doppelschlag und zwei weitere Kontertore brachten die Alligatoren plötzlich ins Hintertreffen. Dabei hatte Caluori noch am Vortag vor solchen Phasen gewarnt und mahnend gemeint: «Wir müssen unkontrollierte Momente möglichst rar halten.» Braillard meinte: «Das darf uns nicht passieren. Wir wissen ja, wie gefährlich sie auf Konter sind.» Mehr Ballbesitz in dieser Phase, das Spiel kontrollieren und dem Gegner den Schwung nehmen wäre angebracht gewesen. Dann wäre der Supercup kaum mit 5:7 verloren gegangen.

Trotzdem darf Alligator Malans zufrieden sein mit den beiden Partien. Während im Spiel am Samstag gegen Zug fast ein wenig viel für die Bündner lief, kehrte sich gestern im Schlussabschnitt das Blatt. «Es wäre ja auch nicht gut, wenn wir in den zwei Wochen bis zum Saisonstart nichts mehr zu verbessern hätten», meinte Braillard mit einem Lächeln.

Titelbild: swissunihockey

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