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Nach dem knapp verpassten Playoff-Einzug startet Alligator Malans am kommenden Samstag um 18.00 Uhr in der Sporthalle Lust in Maienfeld gegen Floorball Chur United mit neuem Trainer und verändertem Kader in die Saison. Sportchef Peter Lüthi setzt auf finnische Verstärkung und junge Eigengewächse. Das Ziel ist klar: zurück in die Playoffs.

Quelle: Prättigauer&Herrschäftler; Text: Anita Fuchs; Foto: Erwin Keller

Die Enttäuschung über die vergangene Saison sitzt noch tief. Bis in die letzten Runden war der Kampf um die Playoff-Plätze offen. Am Ende fehlten die entscheidenden Punkte. «Was mich am meisten ärgerte, waren die Niederlagen gegen die Teams, welche hinter uns lagen», sagt Peter Lüthi. Ohne diese Ausrutscher hätte es für die Playoff-Qualifikation gereicht.
Besonders bitter: Gegen den späteren Schweizer Meister Rychenberg Winterthur gewann Malans beide Spiele. Die zahlreichen Veränderungen im Team erschwerten die Aufgabe zusätzlich. «Wir wussten, dass es aufgrund des Umbruches im Kader Spuren hinterlässt und dass es eine Herausforderung wird, die Playoffs zu erreichen.» Dazu kamen weitere Störfaktoren und schliesslich die Trennung von Trainer Thomas Berger mitten in der Saison.
Rückblickend fällt Peter Lüthis Urteil selbstkritisch aus. «Eine Trainerentlassung mitten in der Saison gilt es natürlich zu vermeiden», sagt er. Der Verein habe deshalb bewusst am Trainer festgehalten und auf Kontinuität gesetzt. «Im Nachhinein hätten wir aber sicherlich früher reagieren müssen.» Nun soll aus dieser Erfahrung ein Neustart entstehen.

Ein neuer Mann an der Bande

Mit Jussi Huovinen steht ein neuer Cheftrainer an der Bande. Vor dessen Verpflichtung holte Peter Lüthi bei finnischen Trainern und ehemaligen Weggefährten verschiedene Einschätzungen ein. Ausschlaggebend war für ihn Jussi Huovinens Verständnis von Spiel und Spielerentwicklung. «Ich war von seiner Philosophie, wie er Unihockey spielen möchte, wie er den Umgang mit den Spielern pflegt, sie fordert, aber auch fördert, überzeugt», sagt Peter Lüthi.
Der Vertrag läuft über zwei Jahre. Jussi Huovinen soll eine neue Spielidee etablieren und gleichzeitig das junge Team entwickeln. Für diesen Prozess stehen 22 Qualifikationsspiele zur Verfügung. «Diese Zeit benötigen wir als eines der jüngsten Teams der Liga.»», sagt Peter Lüthi. Entscheidend sei aber nicht allein Geduld: «Viel wichtiger ist es, Vertrauen zu haben von allen Beteiligten, dass wir täglich das Richtige planen und umsetzen.»
Der Verein weiss, dass nicht alles sofort funktionieren wird. Am Anspruch ändert dies nichts: Die Playoffs sollen erreicht werden.

Mehr Torgefahr ist gefragt

Eine der grössten Baustellen liegt im Angriff. Mit Jamie Britt verliess zudem ein wichtiger Leistungsträger den Verein. «Unsere Torausbeute war in den letzten Jahren schlecht», sagt Peter Lüthi. «Entsprechend und aufgrund des Abgangs von unserem Topscorer Jamie Britt mussten wir uns offensiv verstärken.»
Mit Joonatan Kovanen, Joonas Vettensaari und Joona Larte kamen drei finnische Spieler hinzu. Auch Lian Schefer bringt zusätzliche Qualität mit. Gemeinsam sollen sie dafür sorgen, dass Malans enge Partien künftig häufiger für sich entscheidet.
Gleichzeitig bleibt der eigene Nachwuchs zentral. Junge Spieler sollen mehr Verantwortung übernehmen. Einige erhielten neu einen Vertrag für die erste Mannschaft, andere empfehlen sich für grössere Rollen.
Mit Lian Schefer und Simon Schwab kamen zudem zwei Spieler nach Malans, die Erfahrungen aus Schweizer Junioren-Nationalmannschaften und anderen Schweizer Klubs mitbringen. Die Mischung aus Eigengewächsen und Verstärkungen soll den nächsten Schritt ermöglichen.

Eine neue Identität

Der Umbruch hat auch eine andere Seite. Viele Nationalspieler und langjährige Akteure verliessen den Verein. Für Peter Lüthi eröffnet dies gleichzeitig neue Möglichkeiten: «Dies bietet jetzt gerade die Chance für neue und junge Spieler, sich zu beweisen und eine neue Alligator-Identität aufzubauen.»
Wie diese aussehen wird, ist noch offen. Die Rollen innerhalb des Teams müssen sich erst finden. «Der Mix stimmt, Hierarchien und Identitäten ergeben sich im Verlaufe der Saison, ich bin auch gespannt», sagt Peter Lüthi.
Die Vorbereitung stimmt den Sportchef zuversichtlich. Mannschaft und Coaching Staff hätten mehrheitlich positive Rückmeldungen gegeben, zudem wurden die Vorbereitungs- und Cupspiele gewonnen. Peter Lüthi ordnet die Resultate ein: «Dies ist immer mit Vorsicht zu geniessen, aber immerhin zeigt es auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Playoffs als klare Messlatte

Am Ende wird sich die neue Mannschaft an ihren Resultaten messen lassen müssen. Eine Saison zum blossen Entwickeln ist nicht vorgesehen. Das junge Team muss wachsen und gleichzeitig konkurrenzfähig sein.
Für die Saisonbilanz gibt es eine klare Vorgabe: «Positiv wäre eine Playoff-Qualifikation, negativ eine Playout-Qualifikation», sagt Peter Lüthi. Dazwischen liegt ein Jahr, in dem sich Hierarchien und Rollen neu formieren müssen.
Peter Lüthi blickt zuversichtlich nach vorne. «Wir sind eines der jüngsten Teams der Liga, wir gehen mit enorm viel neuem offensiven Drive mit diesem Kader und dem neuen Spielsystem in die neue Saison.» Diesen Schwung möchte der Verein auch auf die Tribüne übertragen: «Entsprechend freuen wir uns auf einen grossen Zuschaueraufmarsch in der Sporthalle Lust in Maienfeld für unsere Heimspiele.»
Der Auftrag ist klar: Aus den Fehlern der vergangenen Saison lernen, offensiv zulegen, jungen Spielern Verantwortung geben und eine neue Alligator-Identität entwickeln. Gelingt dieser Mix, ist die Rückkehr in die Playoffs möglich.