UHC Alligator Malans

Alligatoren verlieren gegen Wiler enge Partie

In einem taktisch geprägten und hochstehenden Spitzenkampf verliert Alligator Malans gegen den SV Wiler-Ersigen knapp. Den entscheidenden Unterschied machte die Berner Offensive, die qualitativ einen Tick besser agierte.

von Thomas Rentsch

Malans trauert der doppelten Überzahl um die Spielminute 50 nach, wo mit Savonen und Affolter zwei Berner Teamstützen nebeneinander auf der Strafbank Platz nahmen. Wiler führte mit 2:1 und im Wissen um die hundertprozentige Malanser Powerplayquote der ersten drei Saisonspiele machte sich manch ein Bündner grosse Hoffnungen auf den Turnaround. Aber es sollte nicht sein, ideenlos und unpräzise wurde der Ball bewegt, die aggressive Blockarbeit der drei Berner Verteidiger liess wenig zu. In einem Entlastungsangriff wurde der von der Strafbank zurückkehrende Krister Savonen gleich ideal bedient und tauchte allein vor Torhüter Jonas Wittwer auf. Mit weltmeisterlicher Klasse liess er dem Schweizer Nationaltorhüter keine Chance und erzielte das dritte Tor für seine Farben.

Beide Mannschaften begegneten sich lange Zeit auf Augenhöhe. Obwohl alle drei Ausländer der Herrschäftler verletzungsbedingt fehlten, setzte der Coachingstaff um Pius Caluori beinahe das ganze Spiel drei Linien ein: Junge Spieler wie Rohner, Schmid, Flütsch und Capatt nahmen wichtige Positionen im Spiel ein und waren in der Lage, ihren Teil zu einer geschlossenen Defensivleistung beizutragen. Wiler biss sich am Malanser Stellungsspiel lange Zeit die Zähne aus, fand wie am Tag zuvor Zug selten Wege in gefährliche Abschlusspositionen. Bei den Alligatoren gelang offensiv aber ebenfalls wenig, der Ball ging oft zu schnell verloren, ohne dass Torchancen kreiert wurden. Das erste und einzige Bündner Tor erzielte Christoph Camenisch nach einem rasch ausgeführten Freistoss in der 12. Spielminute: Simon Nett passte durch den für einmal verwaisten Berner Slot und Camenisch traf direkt. Nach der ersten Pause gab es einige Chancen für beide Teams. Gerade als das spielerische Momentum um die Spielmitte auf die Malanserseite zu kippen schien, erzielte Wiler zwei Tore. Zuerst überraschte Nico Mutter Torhüter Wittwer aus ziemlicher Distanz, eine Minute später demonstrierte der Slowake Michal Dudovic seine Topform und Gefährlichkeit mit einer Direktabnahme im Stile Ovechkins. In dieser Phase gelang es Wiler immer wieder, gefährlich vor Jonas Wittwer aufzukreuzen. Dieser glänzte mit einigen Paraden und hielt sein Team bis kurz vor Schluss im Spiel. In den letzten Spielminuten öffnete Malans das taktische Visier (ohne Torhüter, sechs Feldspieler) und kam zu einigen guten Chancen: Remo Buchli, Simon Nett, Florian Tromm und zuletzt auch Dan Hartmann scheiterten aber am besten Wiler-Akteur des Abends, Goalie Martin Menétrey.

Aus Bündnersicht darf das Wissen um ein breit etabliertes Defensivsystem zuversichtlich stimmen. Und wenn das heute etwas mangelhafte Umschaltspiel und die weniger zwingenden Abschlüsse mit der Breite und Qualität der abwesenden Schnell, Veltsmid, Nurmela und Vestlund ergänzt werden, dann gibt’s noch einige Luft nach oben.

Das sagt Cheftrainer Pius Caluori zum Spiel: «Es war eine sehr intensive Partie mit zwei guten Teams. Der Sieg von Wiler geht in Ordnung, sie waren in den entscheidenden Momenten etwas genauer. Die Doppelrunde hat uns gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.»

 

SV Wiler-Ersigen – UHC Alligator Malans 3:1 (0:1, 2:0, 1:0)
Sportanlage Grossmatt, Kirchberg BE. 425 Zuschauer. SR Wehinger/Zurbuchen.
Tore: 12. C. Camenisch (S. Nett) 0:1. 30. N. Mutter (T. Väänänen) 1:1. 31. M. Dudovic (J. Pylsy) 2:1. 51. K. Savonen (M. Louis) 3:1.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen SV Wiler-Ersigen. keine Strafen gegen Malans

Alligator Malans: Wittwer; Flütsch, Tromm; Camenisch, Gartmann; Berry, Obrecht; Schmid, Rohner, Buchli; Hartmann, Capatt, Nett; Braillard, Thöny, Vetsch.

Ersatz: Friolet, Schnell, Valentin Schubiger, Holenstein, Breu.

Verletzt: Vestlund, Veltsmid, Nurmela, Romano Schubiger.

Beste Spieler:   Christoph Camenisch für Alligator Malans, Martin Menétrey für Wiler Ersigen.

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